FVI-Expertenfrühstück
37. FVI-Expertenfrühstück
TPM scheitert nicht an der Methode - sondern an der Konsequenz
Key Takeaways
Thema: "TPM scheitert nicht an der Methode, sondern an der Konsequenz" – Ein Praxisbericht von Gira.
In dieser Session zeigte Timo Gumprecht (Gira), wie man TPM (Total Productive Maintenance) von einem theoretischen Konzept ("Buzzword") zu einer gelebten Kultur macht.
- Der "Teuerste Silo": Timo zitierte Tilo Brinkmann: Das teuerste Silo ist die Denke "Ich warte auf die Instandhaltung". TPM bricht das auf, indem es Verantwortung an den Bediener übergibt ("Autonome Instandhaltung").
- Vom Chaos zur Struktur: Vor TPM arbeitete Giras Instandhaltung "mit dem Handy in der Hosentasche" und Excel-Schichtbüchern. Heute gibt es standardisierte Wartungspläne, Shadow Boards und QR-Codes an jeder Anlage.
- QR-Codes für Jedermann: Gira hat QR-Codes an Maschinen angebracht, die direkt zu Reinigungsanweisungen führen (Microsoft Forms). Das ist so einfach, dass es jeder Bediener nutzen kann. Ergebnis: Die Bediener melden Leckagen proaktiv, bevor die Anlage steht.
- Die 3-Klassen-Gesellschaft: Timo gab zu, dass es noch nicht perfekt ist. Bei komplexen Anlagen funktioniert TPM super, bei einfachen Anlagen muss der Instandhalter immer noch fragen: "Hast du heute schon gereinigt?". Es ist ein Prozess, kein Schalter.
- Management-Support ist alles: Peter Vogtmann (Teilnehmer) betonte: "Ohne Management-Support hast du keine Kohle und läufst dich tot." Man muss dem Management "Bonbons" geben (z.B. gesenkte Kosten, höhere Lebensdauer der Maschinen), um das Budget für TPM zu rechtfertigen.
Einordnung: TPM braucht digitale Werkzeuge
Diese Episode ist ein perfektes Beispiel für "Smart TPM" mit ADAM.
- Autonome Instandhaltung mit ADAM: Timo nutzt Microsoft Forms für Reinigungspläne. ADAM macht das professioneller. Der Bediener scannt den QR-Code und sieht die Checkliste direkt in der App. Wenn er einen Mangel findet (z.B. 'Motor leckt'), kann er sofort ein Foto machen und ein Ticket für die Instandhaltung erstellen. Das schließt den Regelkreis.
- Wissenstransfer: Timo sprach davon, dass Bediener geschult werden müssen ("Train the Trainer"). ADAM ist der digitale Trainer. Wenn der Bediener nicht weiß, wie man den Filter wechselt, zeigt ihm ADAM ein kurzes Video oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Das ermöglicht 'Training on the Job' ohne, dass immer ein Meister daneben stehen muss.
- Messbarkeit: Jens Reisenweber forderte, dass TPM-Erfolge messbar sein müssen (fürs Management). ADAM liefert die Daten. Sie sehen auf Knopfdruck: Wie viele Mängel wurden durch Bediener gefunden? Wie hat sich die OEE entwickelt? Das sind die 'Bonbons', die Sie Ihrem Chef zeigen können.
Fazit: TPM ist Kultur, aber Software (ADAM) macht die Kultur skalierbar. Statt Excel-Listen und Zetteln gibt es einen digitalen Standard, der jeden Mitarbeiter befähigt.
Unsere Experten
Marcel Hahn
Hahn Projects GmbH
Jens Reißenweber
Reissenweber GmbH