FVI-Expertenfrühstück
39. FVI-Expertenfrühstück
Retrofit oder Neubau? Wenn Stillstand keine Option ist.
Key Takeaways
Thema: "Retrofit oder Neubau: Wenn Stillstand keine Option ist".
In dieser Session zeigte Thomas Hefele, wie sein Team bei der Paul Hartmann AG gigantische Infrastrukturprojekte im laufenden Vierschichtbetrieb (24/6) stemmt.
- Das Platz- und Kostenproblem: Ein zentraler Filter für 11 Produktionsanlagen musste nach Jahrzehnten erneuert werden. Ein Stillstand hätte viereinhalb Wochen gedauert. Die nötige Vorproduktion von 48.000 Paletten hätte die Kapazitäten des Werks und das Budget massiv gesprengt.
- Die Redundanz-Lösung: Statt die Produktion zu stoppen, investierte das Team in einen temporären Redundanzfilter. Dieser wurde im Gebäude aufgebaut, lief während der viereinhalbwöchigen Umbauphase und wurde danach wieder abgebaut. Dies war am Ende kostengünstiger als ein wochenlanger Produktionsausfall.
- Greenfield-Planung im Brownfield: Bei der Erneuerung der zentralen Palettierung baute das Team eine komplett neue Anlage auf einer neu eingezogenen Bühne direkt über dem laufenden Wareneingang. Der Trick dabei: Die Anlage wurde konzeptionell zuerst als "Greenfield" (auf der grünen Wiese ohne Restriktionen) geplant und dann mit minimalen Abstrichen in die enge "Brownfield"-Realität der Bestandshalle eingepasst. * Die Rollback-Strategie (Risikominimierung): Um nicht blind ins Verderben zu rennen, wurde die neue Palettieranlage stufenweise hochgefahren. Zuerst wurden nur zwei von 14 Palettierern installiert. Das Fallback-Szenario: Falls die neue Anlage ausfällt, konnte das Team innerhalb von nur drei Stunden wieder auf das alte System zurückschalten.
- Der dynamische 10-Jahres-Plan: Der Erfolg solcher Projekte basiert auf Weitsicht. Thomas Hefele und sein Team nutzen einen dynamischen 10-Jahres-Plan für Instandhaltung und Obsoleszenz. Dieser wird alle drei Monate im Team überprüft und dient dazu, Budgets beim Vorstand bereits Jahre im Voraus zu sichern.
Einordnung: Strategische Weitsicht durch "Operative Intelligenz" und ADAM
Dieser Praxisbericht ist ein perfektes Szenario für die ADAM-First-Strategie aus unserem aktualisierten Playbook. Er zeigt, dass Großprojekte nur gelingen, wenn man das Datenchaos beherrscht.
- Brownfield-Native: Thomas Hefeles Team musste hochmoderne Anlagen in alte, gewachsene Strukturen integrieren. ADAM ist genau für dieses 'Brownfield'-Umfeld gebaut. Anstatt vorauszusetzen, dass Ihre IT-Landschaft perfekt ist, bringt ADAM die Intelligenz mit, um mit Ihren bestehenden, unstrukturierten Daten sofort wertschöpfend zu arbeiten. Wir zwingen Sie nicht in monatelange Vorprojekte.
- Der 10-Jahres-Plan auf Knopfdruck: Die Hartmann AG plant Obsoleszenz-Themen 10 Jahre im Voraus. Was bei Hartmann durch exzellente manuelle Planung gelingt, automatisiert ADAM. Durch das autonome Crawlen von Herstellerdaten (Self-Building Knowledge) warnt ADAM Sie frühzeitig vor ablaufenden Lebenszyklen von Bauteilen. So können Sie Retrofit-Budgets rechtzeitig beim Vorstand beantragen, statt von einem plötzlichen Ausfall überrascht zu werden.
- Risikominimierung durch die Digitale Lebenslaufakte: Beim parallelen Betrieb von alten und neuen Anlagen (Rollback-Strategie) entsteht schnell Dokumentationschaos. ADAM führt eine lückenlose 'Digitale Lebenslaufakte'. Jeder Umbau, jede Redundanz-Schaltung und jedes neu eingesetzte Bauteil wird revisionssicher dokumentiert. Wenn die Berufsgenossenschaft (BG) vor Ort ist, haben Sie sofortige Transparenz über den Sicherheitsstatus der Anlage.
Fazit: Wer im laufenden Betrieb das Herzstück seiner Fabrik umbauen will, braucht absolute Transparenz über den Anlagenstatus. ADAM liefert diese Operative Intelligenz – autonom, integrativ und ohne den Zwang zur vorherigen, mühsamen Datenbereinigung.
Unsere Experten
Marcel Hahn
Hahn Projects GmbH
Jens Reißenweber
Reissenweber GmbH