FVI-Expertenfrühstück
05. FVI-Expertenfrühstück
Nachhaltige Instandhaltung
Key Takeaways
Thema: Nachhaltigkeit als Türöffner – Warum Instandhalter die wahren Klimaschützer sind.
Zu Gast war Lothar Schmiegel (Leiter Instandhaltung, Gerolsteiner Brunnen), der gemeinsam mit der Community diskutierte, wie man das „Trendthema“ Nachhaltigkeit pragmatisch nutzt, um die Instandhaltung voranzubringen. Die zentralen Erkenntnisse:
- Instandhaltung als „Facilitator“ (Ermöglicher): Nachhaltigkeit ist oft eine Management-Vorgabe (E-Flotte, PV-Anlage, CO2-Reduktion), aber die Umsetzung hängt zu 100 % an der Technik. Die Instandhaltung baut die Ladesäulen, optimiert die Druckluft und installiert die neuen Antriebe. Sie ist nicht der Verursacher des Themas, aber der entscheidende Ermöglicher.
- Retrofit vor Neukauf (Ökonomische Ökologie): Nachhaltigkeit heißt nicht immer „neu und grün kaufen“. Oft ist der Retrofit einer Bestandsanlage (Lebensdauerverlängerung) ökologisch und ökonomisch sinnvoller als eine Neuanschaffung. Lothar Schmiegel nannte hier 8-Jahres-Pläne zur Entscheidung „Retrofit vs. Neu“. Dafür braucht man jedoch eine valide Datenbasis über den Zustand der Anlage.
- Angst essen Seele (und Energie) auf: Ein spannender Punkt von Fabian (InstaGreen): Es liegen riesige Einsparpotenziale (bis zu 60 %) in alten Antrieben. Technisch einfach zu heben. Warum passiert es nicht? Aus Angst vor „Never touch a running system“. Wenn das Wissen über die alte Anlage fehlt, traut sich niemand, den Motor zu tauschen. Fehlende Dokumentation blockiert also direkt den Klimaschutz.
- Nachhaltigkeit als „Marketing-Hack“: Instandhalter tun sich schwer, Budgets für reine Wartung zu bekommen. Aber Budgets für „Sustainability“ sind aktuell vorhanden. Die Community rät: Nutzt das Label! Eine technische Modernisierung, die früher abgelehnt wurde, wird genehmigt, wenn sie als „Energieeffizienz-Maßnahme“ verpackt ist.
- Der Stolz-Faktor: Man kann Mitarbeiter motivieren, indem man ihre Arbeit in CO2-Einsparung übersetzt. Wenn ein Techniker weiß: „Durch meinen Pumpentausch haben wir 70 Tonnen CO2 gespart (so viel wie ein kleiner Wald)“, schafft das Sinnstiftung und Stolz, die weit über das bloße „Reparieren“ hinausgehen.
Einordnung: Wissen gibt den Mut zur Veränderung
Die Diskussion deckt eine psychologische Barriere auf, die wir mit ADAM und Operativer Intelligenz lösen:
- Datenbasis für „Make or Buy“: Um zu entscheiden, ob ich eine Anlage retrofitte (nachhaltig) oder neu kaufe, muss ich ihre Historie kennen. ADAM liefert die „Lebenslaufakte“. Ohne diese Daten ist jede Entscheidung ein Blindflug. ADAM macht Nachhaltigkeit berechenbar.
- Mut durch Wissen: Das Argument „Never touch a running system“ ist ein Symptom von Wissensverlust. Wenn niemand mehr weiß, wie die alte Steuerung funktioniert, fasst sie keiner an – und die Energieschleuder läuft weiter. ADAM konserviert das Expertenwissen („Digitaler Kollege“), sodass sich das Team traut, Modernisierungen durchzuführen. Wir nehmen die Angst vor dem Eingriff.
- Effizienz ist Nachhaltigkeit: Jede ungeplante Anfahrt, jedes falsche Ersatzteil, jeder Papier-Ausdruck, der durch digitale Workflows (Flow Studio) vermieden wird, spart Ressourcen. Operative Intelligenz bedeutet: Das Richtige tun, ohne Verschwendung.
Fazit: Nachhaltigkeit ist für uns kein grünes Mäntelchen, sondern das Ergebnis von Kontrolle und Wissen. Wer seine Anlagen versteht (durch ADAM), kann sie effizienter betreiben und länger nutzen. Das ist der pragmatischste Umweltschutz, den es gibt.
Unsere Experten
Marcel Hahn
Hahn Projects GmbH
Jens Reißenweber
Reissenweber GmbH