FVI-Expertenfrühstück
11. FVI-Expertenfrühstück
Marketing in der Instandhaltung
Key Takeaways
Thema: "Make Instandhaltung great again" – Warum wir Marketing brauchen, um zu überleben.
In dieser Session drehte sich alles um die Frage: Warum ist die Instandhaltung oft die "unsichtbare Heldin" (oder der Sündenbock)? Zu Gast waren Max und Camillo von Centralize Consulting (Social Media Experten), die einen ungeschminkten Blick von außen mitbrachten.
- Der "Sichtbarkeits-Gap": Instandhaltung wird nur wahrgenommen, wenn sie nicht funktioniert (Stillstand). Wenn alles läuft, ist sie unsichtbar. Das ist fatal für Budgetverhandlungen und Recruiting. Die Botschaft: "Wer am lautesten schreit, bekommt die Ressourcen." Wir müssen lernen, Erfolge zu feiern, nicht nur Brände zu löschen.
- Content liegt auf der Straße: Instandhalter haben den spannendsten Content der Welt (Maschinen, Technik, Problemlösungen), nutzen ihn aber nicht. Ein einfaches Handy-Video von einer erfolgreichen Reparatur ("Schaut mal, was wir heute gerettet haben") schafft mehr Respekt im Unternehmen als jeder staubige Wochenbericht mit MTBF-Kennzahlen.
- Die Angst vor der Kamera: Viele Techniker scheuen das Rampenlicht. Die Lösung: Fangt klein an. Ein Foto, ein kurzes Video ohne Gesicht, nur die Hände an der Maschine. Authentizität schlägt Perfektion. Ein verwackeltes Video aus dem Maschinenraum wirkt echter als ein Hochglanz-Imagefilm mit Schauspielern.
- Interne PR vs. Spam: Oliver (Miele) warnte vor "Spam" im Intranet. Die Lösung von Stefan (Covestro): Zielgruppen-spezifische Kanäle. Nicht jeder muss alles wissen, aber die Produktion muss wissen, warum die Anlage so gut lief (dank Instandhaltung).
- Corporate Identity (Team-Spirit): Kai brachte das Beispiel "Uniform". Ein cooles Team-Shirt ("Team Maintenance") schafft Zusammenhalt und Sichtbarkeit in der Halle. Man muss erkennen können: "Da kommen die Profis."
Einordnung: Marketing ist kein Selbstzweck, sondern Überlebensstrategie
Diese Episode untermauert, warum wir Instandhaltung nicht nur als technische, sondern als strategische Disziplin verstehen.
- ADAM als "Storytelling-Maschine": Um Erfolge zu kommunizieren, brauche ich Fakten. ADAM liefert die Daten für die Story: "Wir haben diese Woche 50 Störungen verhindert und damit 100.000 € Produktionswert gerettet." Ohne Daten bleibt es Behauptung, mit ADAM wird es zum Business Case.
- Attraktivität für Digital Natives: Junge Talente (Gen Z) sind auf TikTok und Instagram. Wenn wir sie erreichen wollen, müssen wir ihre Sprache sprechen (Video, mobil, schnell). Ein Tool wie ADAM, das modern und KI-basiert ist, passt perfekt in diese Story ("Wir arbeiten mit der neuesten Tech").
- Vom Kellerkind zum Helden: Unsere Mission "Operative Intelligenz" bedeutet auch, dass der Instandhalter souverän auftritt. Wer sein Wissen und seine Leistung transparent macht (durch Dashboards, Berichte, Videos), wird vom "Kostenfaktor" zum gefragten Partner der Geschäftsführung.
Fazit: Marketing in eigener Sache ist keine Eitelkeit, sondern Notwendigkeit, um Budgets und Mitarbeiter zu gewinnen. Fangt an, über eure Erfolge zu reden – am besten mit Daten im Rücken.
Unsere Experten
Marcel Hahn
Hahn Projects GmbH
Jens Reißenweber
Reissenweber GmbH