FVI-Expertenfrühstück

33. FVI Expertenfrühstück

Repariert, läuft – und morgen dasselbe Spiel

Freitag, 14. November 2025
mit Marcel Hahn, Jens Reißenweber

Key Takeaways

Thema: "Der Fehlerteufel im Detail" – Systematische Störungsbehebung statt blindem Aktionismus.

In dieser Session zeigte David Polinski, wie man mit Zettel und Stift (oder Flipchart) methodisch vorgeht, wenn die Hütte brennt.

  • Die "3-Schritte-Methode": Wenn die Tür aufgeht und jemand ruft "Maschine kaputt!", rennen alle los und tauschen Teile. Falsch! David empfiehlt:
  1. Problem definieren: Was genau geht nicht? ("Messung Skip 4 defekt, Skip 3 geht").
  2. Fakten sammeln: Wo, Wann, Wie viel? ("Nur an Linie 1, nur in Frühschicht").
  3. Ursachen abgleichen: Hypothesen bilden und gegen die Fakten prüfen. ("Kann es das Messgerät sein? Nein, weil Skip 3 funktioniert.") Das spart Stunden an sinnloser Fehlersuche.
  • Fakten-Paare bilden: Der Schlüssel ist der Vergleich: "Was ist das Problem?" vs. "Was ist das Problem nicht?". Wenn der Fehler nur an Linie 1 auftritt, aber Linie 2 baugleich ist, kann es kein generelles Software-Problem sein.
  • Dokumentation ist kein Selbstzweck: Nach der Reparatur muss dokumentiert werden. Aber bitte nicht für die Akte, sondern für den nächsten Kollegen. Ein Foto vom defekten Kabel und ein kurzer Text ("Kabelbinder zu fest") reichen oft.
  • Kulturwandel: Kai (Teilnehmer) fragte: "Wie bringe ich den 50-jährigen Instandhalter dazu, nicht sofort den Schraubenzieher zu zücken?" Antwort: Vorleben und Geduld. Man muss beweisen, dass die Methode schneller ist ("Wer nachdenkt, repariert weniger").

Einordnung: Strukturierte Problemlösung mit KI-Support

Diese Episode zeigt, dass Fehlersuche eine Logik-Aufgabe ist. ADAM ist der Assistent, der diese Logik unterstützt.

  • Der digitale Notizblock: Davids "Zettel" ist in ADAM digital. Wenn die Störung gemeldet wird, fragt ADAM automatisch die W-Fragen ab ("Welche Linie? Welches Produkt?"). So sind die Fakten schon da, bevor der Techniker losläuft.
  • Hypothesen-Generator: ADAM kann basierend auf der Historie Vorschläge machen: "Bei diesem Fehlerbild an Linie 1 war es in 80% der Fälle der Sensor X." Das beschleunigt die Hypothesen-Bildung massiv.
  • Wissen konservieren: David sagt: "Nach der Reparatur ist vor der Reparatur." ADAM macht es dem Techniker leicht, die Lösung zu speichern (Foto machen, reinsprechen). Beim nächsten Mal poppt diese Lösung automatisch auf ("Achtung, Kabelbinder nicht zu fest ziehen!").

Fazit: Egal ob Zettel oder App – das Prinzip ist gleich: Erst denken, dann schrauben. ADAM hilft beim Denken, damit das Schrauben schneller geht.

Unsere Experten

Marcel Hahn

Hahn Projects GmbH

Jens Reißenweber

Reissenweber GmbH