FVI-Expertenfrühstück

35. FVI-Expertenfrühstück

Outsourcing der Instandhaltung: Effizienztreiber – oder Anfang vom Kontrollverlust?

Freitag, 16. Januar 2026
mit Marcel Hahn, Jens Reißenweber

Key Takeaways

Thema: "Outsourcing als Effizienztreiber?" – Wann es Sinn macht, die Instandhaltung auszulagern.

In dieser Session präsentierte Dennis Lubsch (Bilfinger) die Vorteile und Risiken des Outsourcings. Die These: Outsourcing kann die Effizienz um 8% steigern – aber nur, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

  • Der Effizienz-Hebel: Bilfinger hat Cases (z.B. in der Pharma-Industrie), wo durch Outsourcing die Kosten gesenkt und die Verfügbarkeit gesteigert wurden. Der Grund: Ein spezialisierter Dienstleister kann Synergien heben, die ein einzelnes Werk nicht hat (z.B. Experten-Pool über mehrere Standorte).
  • Das "Schweden-Modell": Dennis berichtete, dass in Skandinavien Outsourcing viel üblicher ist. Dort wechseln Mitarbeiter fließend zwischen Betreiber und Dienstleister. In Deutschland herrscht oft noch das "Herr-und-Knecht"-Denken ("Der Dienstleister muss tun, was ich sage"), was echte Partnerschaften verhindert.
  • Schnittstellen sind das Risiko: Oliver (Teilnehmer) warnte vor dem Schnittstellen-Chaos. Wenn der interne Mitarbeiter dem Koordinator erklärt, was kaputt ist, und der es dem Dienstleister erklärt, geht Wissen verloren ("Stille Post"). Je mehr Schnittstellen, desto ineffizienter.
  • Strategische Entscheidung: Outsourcing ist keine rein operative Frage. Es geht um Kernkompetenz. Will ich das Know-how für diese spezifische Anlage im Haus behalten? Wenn ja, muss ich es selbst machen. Wenn es "Commodity" ist (z.B. Gebäudetechnik, Standard-Pumpen), kann ich es auslagern.
  • Rückabwicklung einplanen: Ein wichtiger Tipp von Dennis: Verträge sollten immer eine "Rückabwicklungs-Klausel" haben. Wenn es nicht klappt, muss ich das Personal und das Wissen zurück ins Unternehmen holen können. Sonst bin ich erpressbar.

Einordnung: Egal wer es macht, die Daten gehören dem Kunden

Diese Episode spielt uns in die Karten, weil wir Unabhängigkeit verkaufen.

  • ADAM als neutrale Plattform: Egal ob der eigene Mitarbeiter oder der Dienstleister schraubt, die Dokumentation muss in ADAM erfolgen. Wenn Sie outsourcen, verlieren Sie oft die Datenhoheit. Der Dienstleister dokumentiert in seinem System, und wenn er geht, sind die Daten weg. Mit ADAM zwingen Sie den Dienstleister, in Ihrem System zu arbeiten. So behalten Sie die Kontrolle über die Historie.
  • Qualitätssicherung: Oliver fragte: "Wie stelle ich sicher, dass der Dienstleister gut arbeitet?" ADAM gibt Ihnen Transparenz. Sie sehen in Echtzeit, wann der Dienstleister vor Ort war, was er gemacht hat und wie lange es gedauert hat. Sie zahlen für Leistung, nicht für Anwesenheit.
  • Onboarding externer Kräfte: Wenn fremde Techniker kommen, kennen sie die Anlage nicht. Mit ADAM scannen Sie den QR-Code an der Maschine und haben sofort alle Infos (Historie, Pläne). Das ermöglicht dem Dienstleister, sofort produktiv zu sein, ohne dass Sie ihn stundenlang einweisen müssen.

Fazit: Outsourcing ist ein valides Modell, aber es birgt das Risiko des Kontrollverlusts. ADAM ist das Werkzeug, um die Kontrolle zu behalten, auch wenn andere die Arbeit machen.

Unsere Experten

Marcel Hahn

Hahn Projects GmbH

Jens Reißenweber

Reissenweber GmbH