FVI-Expertenfrühstück
41. FVI-Expertenfrühstück
Wenn Projekte nicht am Plan scheitern, sondern an der Zusammenarbeit
Key Takeaways
Thema: "Wenn Projekte nicht am Plan scheitern, sondern an der Zusammenarbeit" – Warum Beziehung, Führung und Kommunikation häufig wichtiger sind als der perfekte Projektplan.
Im Mittelpunkt stand ein technisch sauber vorbereitetes Großprojekt, das durch neue Ansprechpartner, unbeantwortete E-Mails und unterschiedliche Zielbilder ins Stocken geraten war. Ein gemeinsamer Workshop, konkrete Vereinbarungen und ein späterer Realitätscheck brachten das Projekt zurück auf Kurs: Es wurde vor dem geplanten Termin abgeschlossen, die Produktion startete ohne Fehler und der Erfolg wurde gemeinsam gefeiert.
- Die Beziehungsebene entscheidet über die Sachebene: Die zentrale These lautete: "Die Sachebene muss der Beziehungsebene folgen." Konflikte entstehen selten ausschließlich wegen technischer Details. Meist geht es gleichzeitig um Vertrauen, Anerkennung, unterschiedliche Wahrnehmungen und die Frage, wer recht behalten darf. Statt die eigene Sicht als Wahrheit zu verkaufen, helfen Ich-Botschaften und die Anerkennung verschiedener Standpunkte.
- Ein gemeinsames Projektbild ist wichtiger als noch ein Projektplan: Betreiber, Lieferanten und Bauleitung blickten zunächst jeweils nur auf ihre eigenen Ziele: Produktionsunterbrechung einhalten, Technik installieren, Termine absichern. Erst ein gemeinsamer Workshop machte sichtbar, was den Beteiligten wirklich wichtig war. Die Vereinbarungen passten auf zwei Flipchart-Blöcke und wurden zwei Monate später überprüft – ein pragmatischer Eingriff mit großer Wirkung.
- Projektleitung bedeutet befähigen statt kontrollieren: Micromanagement wurde als "Todesformel" erfolgreicher Projektarbeit bezeichnet. In langfristigen Projekten sollte die Projektleitung Überblick schaffen, Hindernisse beseitigen, das Team schützen und Verantwortung an die niedrigste qualifizierte Ebene delegieren. In echten Feuerwehrsituationen braucht es dagegen eine klare Hierarchie und schnelle Entscheidungen. Entscheidend ist, den Führungsstil an die Situation anzupassen.
- Methoden sind Werkzeuge, keine Religion: Die Diskussion über agil und Wasserfall zeigte: Scrum, Sprints oder klassische Meilensteinplanung funktionieren nicht automatisch durch das Befolgen eines Lehrbuchs. Bei unklaren Lösungswegen können agile Prinzipien Motivation, Selbstorganisation und schnelle Kurskorrekturen fördern. Bei klar definierten Industrieprojekten kann ein klassischer Ansatz geeigneter sein. Gleichzeitig braucht jedes Modell reale Ressourcen: Wer Projektmitarbeiter mit 120 Prozent auslastet, plant Verzögerungen bereits mit ein.
Einordnung: Operative Intelligenz schafft die gemeinsame Arbeitsgrundlage für erfolgreiche Projekte
Diese Episode passt perfekt zu unserer Strategie, weil Digitalisierung ebenso wenig an fehlender Technik scheitert wie das beschriebene Großprojekt – sie scheitert an Medienbrüchen, fehlender Transparenz, unklaren Verantwortlichkeiten und Lösungen, die nicht zum Arbeitsalltag der Menschen passen.
- Unterschiedliche Informationsstände und fehlende gemeinsame Wahrheit: Projektbeteiligte arbeiten mit E-Mails, persönlichen Notizen, Excel-Listen und verteilten Dokumenten. Dadurch entstehen unterschiedliche Bilder desselben Projekts. Wir schaffen mit ADAM eine gemeinsame operative Informationsbasis. Die Digitale Lebenslaufakte bündelt Meldungen, Dokumente, Entscheidungen, Fotos und Arbeitshistorien anlagenzentriert. So wird aus verteiltem Wissen nachvollziehbare Operative Intelligenz, auf die alle Beteiligten im richtigen Kontext zugreifen können.
- Micromanagement durch fehlende Transparenz: Führungskräfte fragen ständig nach, weil Status, Entscheidungen und erledigte Arbeiten nicht zuverlässig dokumentiert sind. Gleichzeitig empfinden Mitarbeitende zusätzliche Formulare als Kontrolle und Verwaltungsaufwand. Wir lösen diesen Widerspruch durch sprachbasierte Rückmeldungen, mobile Workflows und No-Code-Prozesse. ADAM strukturiert Informationen automatisch und dokumentiert sie dort, wo sie entstehen. Das Team erhält mehr Autonomie, während die Projektleitung den notwendigen Überblick behält – ohne jede Zwischenbewegung manuell kontrollieren zu müssen.
- Methodendogmatismus und riskante Big-Bang-Projekte: Unternehmen versuchen häufig, Prozesse zuerst vollständig zu definieren, Stammdaten zu bereinigen und anschließend eine perfekte Gesamtlösung einzuführen. Dadurch werden Projekte langsam, teuer und schwer vermittelbar. Wir arbeiten ADAM-First und Brownfield-Native. Als SaaS-Lösung setzt ADAM auf den vorhandenen Systemen und Daten auf. Hybride Suche und Vektorsuche finden Informationen auch bei uneinheitlichen Bezeichnungen und unvollständigen Stammdaten. Statt jahrelanger Vorbereitungsprojekte starten wir mit einem konkreten Engpass, erzeugen schnell messbaren Nutzen und entwickeln die Lösung gemeinsam mit den Fachkräften weiter.
Fazit: Erfolgreiche Projekte brauchen nicht immer mehr Planung, sondern eine gemeinsame Informationsbasis, klare Verantwortung und Werkzeuge, die Zusammenarbeit erleichtern – ADAM macht genau diese Voraussetzungen im operativen Alltag digital nutzbar.
Unsere Experten
Jens Reißenweber
Reissenweber GmbH
Marcel Hahn
Hahn Projects GmbH