Glossar

Obsoleszenz-Management

Der strategische Prozess, um die Veralterung und Nicht-Verfügbarkeit von Komponenten (Hardware & Software) zu beherrschen, bevor sie zum ungeplanten Anlagenstillstand führt. Es ist der Wettlauf gegen die Abkündigung durch den Hersteller.

Das Problem: Die Anlage lebt, aber die Ersatzteile sind tot

Obsoleszenz ist eines der größten Risiken für Bestandsanlagen ("Brownfield"). Eine Maschine kann mechanisch noch 20 Jahre halten, aber wenn die Steuerungskomponente (SPS) oder der Industrie-PC vom Hersteller abgekündigt wird, droht beim nächsten Defekt der wirtschaftliche Totalschaden.Besonders tückisch: Software-Obsoleszenz. Viele Maschinen laufen noch auf Windows XP oder 7. Sie sind ein Sicherheitsrisiko und nicht mehr wartbar, obwohl die Mechanik einwandfrei ist.

Reaktiv vs. Proaktiv

  • Reaktiv (Der Standard): Das Teil fällt aus. Man ruft den Hersteller an. Der sagt: "Gibt es nicht mehr, Lieferzeit für Nachfolger 40 Wochen." -> Produktionsstopp.
  • Proaktiv (Das Ziel): Man weiß bevor das Teil ausfällt, dass es kritisch wird, und legt sich Restbestände auf Lager oder plant einen Umbau.

Lösung mit ADAM: Radar statt Blindflug

Aktives Obsoleszenz-Management scheitert oft an fehlenden Daten ("Was ist tief im Schaltschrank verbaut?").ADAM löst das durch die Digitale Lebenslaufakte:

  1. Inventur: ADAM speichert die exakte Stückliste der verbauten Komponenten (nicht nur "Motor", sondern "Motor Typ X, Baujahr 2010").
  2. Matching: Durch Abgleich mit Herstellerdatenbanken kann ADAM warnen: "Achtung, Ihr Frequenzumrichter wird in 6 Monaten abgekündigt."
  3. Handlungsoptionen: Statt Panik ermöglicht dies Strategie: "Last Time Buy" (Restbestand kaufen), "Refurbishment" (Gebrauchtteil nutzen) oder "Retrofit" (Umbau planen).