FVI-Expertenfrühstück
10. FVI-Expertenfrühstück
Nachwuchs und Führung in der Instandhaltung
Key Takeaways
Thema: "Bock auf Montag" – Wie wir den Fachkräftemangel durch Kultur & Führung lösen.
In dieser Session verließen Marcel Hahn und Jens Reisenweber die Welt der Algorithmen und widmeten sich mit Svenja Bayer (HR-Expertin) und Lothar Schmiegel (Instandhaltungsleiter) dem größten Schmerzpunkt der Branche: Wir finden keine Leute.
- Das "Hempel-Paradoxon": Lothar Schmiegel brachte es auf den Punkt: Wir locken junge Talente mit Hochglanz-Videos, aber die Werkstatt sieht aus "wie bei Hempels unterm Sofa". Die beste Kampagne nützt nichts, wenn die Realität (dreckig, chaotisch, veraltetes Werkzeug) abschreckt. Wertschätzung fängt bei der Ausstattung an.
- Agile Instandhaltung: Lothar Schmiegel führt bei Gerolsteiner agile Teams. Statt morgens Aufgaben zu verteilen ("Peter macht A, Paul macht B"), holt sich das Team die Arbeit selbst. Das Ergebnis: Zufriedenere Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen, statt Dienst nach Vorschrift zu machen. Führung wandelt sich vom Ansager zum Coach ("Was schlägst du vor?").
- Generation Z als perfekter Match: Svenja Bayer stellte fest: Die Gen Z will keine Routine, sondern Abwechslung und Sinn. Genau das bietet die Instandhaltung (jeder Tag ist anders, Probleme lösen). Wir müssen nur aufhören, den Job als "Glühbirnen-Wechsler" zu verkaufen, und ihn als das darstellen, was er ist: Manager des Maschinenparks.
- Peer-Learning statt teurer Seminare: Budgets für Schulungen werden oft als erstes gestrichen. Die Lösung: Internes Wissen nutzen. Lasst die erfahrenen "alten Hasen" die Jungen coachen. Das kostet nichts, sichert Wissen und stärkt den Teamgeist.
- Social Media & Sichtbarkeit: Jürgen Hiller (Schaeffler) bestätigte: "Hier arbeitet Ihre Instandhaltung für Sie" stand groß auf Bauzäunen. Wir müssen Instandhaltung sichtbar machen – intern (Marketing) und extern (TikTok/Insta für Azubis), um das Image vom "Schrauber im Keller" loszuwerden.
Einordnung: Technologie muss den Menschen dienen ("Servolenkung")
Diese Episode bestätigt unsere Philosophie, dass Software allein keine Probleme löst. Sie muss in eine Kultur der Wertschätzung eingebettet sein.
- ADAM als Enabler für Agilität: Agile Teams brauchen Informationen, um selbstständig zu entscheiden. Wenn das Wissen in Ordnern verstaubt, muss der Chef entscheiden. Wenn ADAM das Wissen democratized (jeder hat Zugriff), kann das Team agil arbeiten.
- Attraktivität durch Modernität: Junge Talente (Digital Natives) erwarten moderne Tools. Wer sie mit Klemmbrett und Excel arbeiten lässt, verliert sie. Eine KI-gestützte App wie ADAM ist ein Recruiting-Argument: "Wir arbeiten hier nicht wie 1990, sondern mit den modernsten Tools."
- Wissenstransfer als Kultur-Tool: Die Idee des "Peer-Learning" wird durch ADAM technisch unterstützt. Wenn der erfahrene Meister sein Wissen einfach "einsprechen" kann (statt mühsam tippen), wird Wissensteilung zur niederschwelligen Kultur, nicht zur bürokratischen Last.
Fazit: Der Fachkräftemangel ist oft hausgemacht (Führung, Kultur, Tools). Wer seinen Leuten moderne Werkzeuge (wie ADAM) und Vertrauen gibt, macht aus "Muss-Arbeitern" motivierte Problemlöser.
Unsere Experten
Marcel Hahn
Hahn Projects GmbH
Jens Reißenweber
Reissenweber GmbH