FVI-Expertenfrühstück
17. FVI-Expertenfrühstück
Mehr Klarheit, weniger Kosten - Prüfungen & Prüffristen neu gedacht
Key Takeaways
Thema: "Die Prüffristen-Rebellion" – Wie Airbus durch smarte Analyse 56% Prüfkosten sparte.
Zu Gast war Ilja (Airbus Hamburg), der zeigte, wie man den "Amtsschimmel" der DGUV-Prüfungen zähmt. Statt blind alle 12 Monate alles zu prüfen, hat Airbus die Anlagen in ihre Bestandteile zerlegt und jede Prüffrist hinterfragt.
- Sinnhaftigkeit vor Blindflug: Ilja erklärte: "Hersteller schreiben oft: 'Prüfen Sie alle 6 Monate', nur um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein. Technisch macht das oft null Sinn." Airbus hat diese Vorgaben gechallenged und eigene, risikobasierte Fristen (z.B. alle 4 Jahre) definiert. Ergebnis: 56% Kostenersparnis bei gleicher Sicherheit.
- Granularität schafft Freiheit: Statt die ganze Anlage als "ein Ding" zu prüfen, wurde sie in 700 Messpunkte zerlegt. Manche müssen jährlich, andere nur alle 4 Jahre geprüft werden. Das ist Arbeit am Anfang (Inventur), aber spart über die Jahre Millionen.
- Mut zur Gefährdungsbeurteilung: Roland (Teilnehmer) bestätigte: Die DGUV schreibt fast keine festen Fristen vor. Sie sagt nur: "Mach eine Gefährdungsbeurteilung." Wenn ich begründen kann, warum eine Leiter nur alle 3 Jahre geprüft wird (weil sie nur 1x im Jahr genutzt wird), ist das legal. Man muss sich nur trauen, diese Verantwortung zu übernehmen.
- Digitale Schaltpläne statt Zettelwirtschaft: Ilja setzt auf EPLAN: "Ich lasse keine Schaltschrank-Analyse machen, ich lasse mir digitale Schaltpläne erstellen." Das ist die Basis für Obsoleszenz-Management und Ersatzteilbeschaffung. Ein analoger Plan von 1988 ist ein Risiko, ein digitaler Plan ist ein Asset.
- Smarte Sensoren ersetzen Routine: Statt Ölwechsel nach Kalender ("egal ob es noch gut ist"), nutzt Airbus Partikelsensoren. Gewechselt wird, wenn das Öl dreckig ist. Das spart Material und Arbeitszeit.
Einordnung: Compliance durch Daten, nicht durch Angst
Diese Episode ist ein perfektes Argument für ADAM als Compliance-Engine.
- ADAM als "Prüffristen-Manager": Um Iljas Strategie (unterschiedliche Fristen für 700 Messpunkte) umzusetzen, braucht man ein System, das diesen Wahnsinn verwaltet. Excel reicht da nicht. ADAM kann jedem Asset seine individuelle Prüffrist zuweisen und den Techniker nur dann alarmieren, wenn wirklich was ansteht.
- Rechtssicherheit durch Dokumentation: Der Schlüssel zur "Rebellion" gegen starre Fristen ist die lückenlose Begründung (Gefährdungsbeurteilung). Wenn ADAM diese Begründung und die durchgeführten Prüfungen revisionssicher speichert, kann der Geschäftsführer ruhig schlafen, auch wenn er die Fristen verlängert hat.
- Der "Digitale Lebenslauf" als Basis: Die Forderung nach "digitalen Schaltplänen" ist genau das, was ADAM verwaltet. Wenn wir die EPLAN-Daten in ADAM integrieren, weiß der Instandhalter sofort: "Welches Bauteil ist das? Wann muss es geprüft werden? Gibt es das noch zu kaufen?"
Fazit: Man muss nicht mehr prüfen, sondern intelligenter. Wer seine Daten im Griff hat, kann sich von unnötigen Kosten befreien, ohne die Sicherheit zu gefährden.
Unsere Experten
Marcel Hahn
Hahn Projects GmbH
Jens Reißenweber
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