FVI-Expertenfrühstück

28. FVI Expertenfrühstück

Führen 2030 weniger Schrauben, mehr Coach sein

Donnerstag, 21. August 2025
mit Marcel Hahn, Jens Reißenweber

Key Takeaways

Thema: "Führung 2030" – Wenn der Fachkräftemangel nicht mehr nur Theorie ist.

In dieser Session, moderiert von Marcel Hahn und Jens Reißenweber, skizzierte Lothar Schmiegel (Gerolsteiner) eine Zukunft, in der wir nicht mehr über den Mangel reden, sondern mit ihm leben müssen.

  • 2030 ist der Kipppunkt: Das Datum ist nicht zufällig. Bis dahin gehen die Babyboomer in Rente. Diese Lücke wird nicht durch Nachwuchs gefüllt ("Die Menschen wurden nicht geboren"). Wir müssen also lernen, mit 30% weniger Personal dieselbe Arbeit zu machen.
  • Führungskraft als Coach, nicht als Fachkraft: Viele Firmen befördern den besten Facharbeiter zum Chef. Das ist ein doppelter Fehler: Man verliert den besten Experten und gewinnt einen schlechten Manager. Führungskräfte 2030 müssen Coaches sein ("Wie kann ich dir helfen, das Problem zu lösen?"), keine Ansager ("Mach das so!").
  • Agilität als Überlebensstrategie: Lothar brachte das Beispiel vom Hausbau in der Eifel: Mitarbeiter organisieren sich privat perfekt (Hausbau, Feuerwehr), aber im Betrieb werden sie entmündigt. Wir müssen ihnen zutrauen, sich selbst zu organisieren. Wenn das Team entscheidet, wer welche Schicht übernimmt, steigt die Zufriedenheit und die Führungskraft wird entlastet.
  • Werte schlagen Gehalt: Eine LinkedIn-Studie zeigte, dass Mitarbeiter bereit sind, auf Gehalt zu verzichten, wenn die Werte stimmen und die Flexibilität da ist. Wer stur auf 9-to-5 beharrt, verliert die Talente an die Konkurrenz, die Homeoffice (auch für Planer) oder flexible Schichten anbietet.
  • Machen statt Zerreden: Ein wiederkehrendes Motiv (auch in Ep 27): Wir diskutieren in Deutschland alles tot. Statt auf die große HR-Strategie zu warten, sollte jeder Bereichsleiter im Kleinen anfangen ("Machen, machen, machen"). Eine bunte Werkstatt, coolere Kleidung oder ein wertschätzendes Gespräch kosten kein Budget, sondern nur Mut.

Einordnung: Technologie ermöglicht moderne Führung

Diese Episode zeigt, dass Software nicht nur Prozesse, sondern auch Führungsstile verändert.

  • ADAM als "Self-Service-Tool": Wenn wir wollen, dass Mitarbeiter sich selbst organisieren, brauchen sie Informationen. ADAM gibt jedem Mitarbeiter Zugriff auf alle relevanten Daten (Wartungspläne, Historie, Ersatzteile). Damit wird er entscheidungsfähig, ohne den Meister fragen zu müssen. Das ist die technologische Basis für Agilität.
  • Führungskräfte entlasten: Lothar sagte, Führungskräfte ersticken in Meetings. ADAM automatisiert das Reporting. Statt händisch Berichte für das Shopfloor-Meeting zu basteln, generiert ADAM das Dashboard in Echtzeit. Die Führungskraft hat Zeit für das Wesentliche: Coaching.
  • Skill-Management: Wie in Episode 25 diskutiert, hilft ADAM (in Kombination mit Tools), die Stärken der Mitarbeiter zu erkennen und gezielt einzusetzen. Das verhindert, dass man "den Fisch danach beurteilt, wie gut er auf Bäume klettert".

Fazit: Der Fachkräftemangel lässt sich nicht wegdiskutieren, aber er lässt sich managen – durch Technologie, die den Menschen befähigt, und eine Führungskultur, die ihm vertraut.

Unsere Experten

Marcel Hahn

Hahn Projects GmbH

Jens Reißenweber

Reissenweber GmbH